Strampelsack Baby nähen - Anleitung und kostenloses Schnittmuster zum Ausdrucken

Sarah Mann·8 Minuten Lesezeit

Wie fühlen sich Babys beim Schlafen richtig wohl?

Strampelsack Baby nähen — Strampelsack Baby nähen - Anleitung und kostenloses Schnittmuster zum Ausdrucken

Ein Strampelsack aus schönem, weichem und natürlichem Material kann hier einiges zu beitragen.

In ihm kann sich das Baby ganz ungezwungen bewegen, weil es Platz hat und warm ist. Trotzdem spürt es eine kuschelige Begrenzung für die Beinchen und es kann nichts wegstrampeln, wie etwa bei einer Decke.

Das Nähen eines Strampelsacks für Dein Baby hat große Vorteile: Du kannst Dir die Stoffe selber aussuchen und hast somit Einfluss auf die Materialien und das Design.

Tipp

Schneide die Länge des Bündchens so zu, dass umgeschlagen werden kann (es liegt dann doppelt). Dann wächst der Schlafsack gleich mit und du kannst ihn länger benutzen.

Das Bündchen ist aus einem elastischen Stoff, dadurch engt nichts ein und es verrutscht auch nichts.

Bevor wir starten, klären wir noch die wichtigsten Fragen.

Wichtige Hinweise vor dem Nähen Strampelsacks

1. Wie lange dauert das Nähen eines Strampelsacks für Babys?

Ohne die Vorbereitungszeit benötigst Du zum Nähen circa eine halbe Stunde bis Stunde.

2. Welche Stoffe eignen sich zum Nähen eines Strampelsacks?

Zum Herstellen eines Strampelsacks eignen sich besonders alle elastischen Stoffe (z.B. Jersey). Besonders flauschig sind auch Fleece- und Plüschstoffe. Aber genauso ist ein weicher Musselinstoff für den Schlafsack geeignet.

3. Wie dick sollte der Strampelsack sein?

Je nach Jahreszeit und Wärme kannst Du den Strampelsack einlagig, also aus einem Stoff oder doppellagig nähen.

Fleece- und Plüschstoffe kannst Du gut als Außenstoff oder auch als Innenfutter nehmen. Am besten legst Du Dir dazu die Stoffe übereinander und fühlst, wie dick und warm es sich anfühlt.

4. Auf was sollte ich bei den Stoffen noch achten?

Gerade für Babysachen solltest Du darauf achten, dass die Stoffe nicht mit Schadstoffen belastet sind. Wenn Du Dir also einen Bio-Stoff oder einen zertifizierten Stoff (wie Oeko-Tex 100) aussuchst, bist Du auf der sicheren Seite.

(Erkennen kannst Du das auf dem Schild am Stoffballen. Manchmal ist es auch an der Webkante des Stoffes aufgedruckt.)

Auf jeden Fall solltest du die Stoffe vorher einmal waschen, damit eventuelle Ausrüstungs- oder Farbrückstände entfernt werden.

5. Was gibt es beim Bündchen zu beachten?

Für das Bündchen gibt es speziellen Bündchenstoff, wie du ihn an Jacken oder Pullis findest. Dieser Rippenstoff ist sehr nachgiebig und stretchig. Dadurch zieht er sich immer wieder in die Ursprungsform zurück und verrutscht auch nicht.

Hinweis

Den Bündchenstoff solltest du nicht bügeln, weil dadurch die Elastizität zerstört wird.

Nähanleitung für einen Strampelsack fürs Baby

Ein Strampelsack zu nähen ist leicht und somit auch für einen Anfänger gut geeignet. Er wird aus Vorder- und Rückenteil, sowie einem Bündchen genäht. Die zu vernähenden Teile sind auch gut zu händeln. Gerade als Anfänger kann es nervig sein, wenn die Arbeiten zu klein (sehr knifflig) oder zu groß (unübersichtlich) sind.

Welche Nähmaschine benötige ich zum Nähen?

Für das Zusammennähen der Strampelsackteile benötigst Du eine normale Haushaltsmaschine oder eine Overlook-Maschine.

Die meisten Nähmaschine verfügen über einen Stretchstich, aber auf jeden Fall haben sie einen Zickzackstich. Das genügt.

Das brauchst du außerdem:

Stoff für ein 0-3 Monate altes Baby:

  • 35 cm lang und 60 cm breit
  • Bündchenstoff, 25 cm hoch

Stoff für ein 4-5 Monate altes Baby:

  • 45 cm lang und 75 cm breit
  • Bündchenstoff, 30 cm hoch

Stoff für ein 6-7 Monate altes Baby:

  • 50 cm lang und 80 cm breit
  • Bündchenstoff, 30 cm hoch

Außerdem:

  • Eine Schere oder ein Cutter
  • Stecknadeln oder Stoffklammern
  • Nähmaschine
  • passende Nähnadel
  • Nähgarn
  • Maßband

Strampelsack Baby nähen – Es geht los

1. Schritt: Stoffe vorbereiten

Den Schnitt für den Strampelsack kannst du hier ausdrucken und an der Schnittstelle zusammenkleben.

Anschließend schneidest du den Schnitt in der Größe aus, die du benötigst. In dem Schnittmuster sind jeweils 1,5cm Nahtzugabe bereits enthalten.

Ich habe mich für einen Baumwolljersey als äußeren Stoff entschieden und einen weichen Nickistoff als Innenfutter. (Im hinteren Bereich siehst du den Stoff fürs Bündchen.)

Für einen Strampelsack mit Innenfutter brauchst du 2x den Strampelsack aus dem Oberstoff, 2x den Strampelsack aus dem Innenstoff, 1x das Bündchen aus dem Bündchenstoff.

Hinweis

Die Webekante kann manchmal sehr hart und fest sein, deshalb schneide sie im Vorfeld am besten ab.

2. Schritt: Stoffe fixieren und zurechtschneiden

Damit der Schnitt nicht verrutscht, steckst du ihn dir auf dem Stoff mit Hilfe von Stecknadeln fest und schneidest den Strampelsack mit dem Cutter oder einer Schere.

Beachte die Richtung beim Zuschneiden, wenn du wie hier ein Muster im Stoff hast. Sonst kann es passieren, dass deine Autos auf dem Kopf stehen. 😉

Die Bündchenware wird als Schlauch gewirkt oder gestrickt.

Um ihn zu verarbeiten, schneidest du ihn an einer Stelle im Verlauf einer Rippe durch und kannst ihn dann auf die passende Größe bringen.

3. Stoffe zum Nähen vorbereiten

Dieses Model hat einen inneren und einen äußeren Strampelsack. Es sind somit keine Nähte von außen zu sehen. Deswegen ist es nicht erforderlich die Schnittteile zu versäubern. Sie fransen auch nicht so weit aus, dass sich die Nähte lösen.

Bei einem einlagigen Strampelsack wäre es notwendig die Nähte abzuketteln oder mit Zickzack zu versäubern.

Wenn du alle Teile zugeschnitten hast, legst du jeweils die Oberstoffteile und die Futterteile rechts auf rechts und steckst sie mit Stecknadeln oder Stoffklammern aufeinander.

4. Schritt: Die äußeren Stoffe nähen

Als nächstes bereitest du die Maschine vor (passende Nadel einsetzen und das Nähgarn einfädeln.

Nun legst du die beiden Oberstoffteile unter die Nähmaschine und nähst diese zusammen.

Wenn du mit der Haushaltsmaschine arbeitest, stellst du dazu einen elastischen Stich bzw. einen Zickzackstich ein.

Damit sich der Anfang und das Ende der Naht nicht aufgehen, verriegelst du die Naht, indem du einmal vor- und zurücknähst.

5. Schritt: Innenfutter nähen

Genauso nähst du das Innenfutter. Allerdings lässt du zum Wenden eine Öffnung von ca. 10 cm frei.

Auch hier habe ich am Anfang und Ende der Öffnung die Naht gesichert.

6. Schritt: Bündchen nähen

Auch das Bündchen habe ich an der schmalen Seite rechts auf rechts (die schöne Seite) übereinander gelegt und mit einer Nahtbreite von 1,5 cm abgenäht.

Danach habe ich das Bündchen mit der Naht nach innen umgelegt und in 4 gleiche Teile ausgemessen. Als Markierung beim nächsten Arbeitsschritt habe ich dort jeweils eine Stecknadel durch beide Stoffteile gesteckt.

7. Schritt: Oberstoff und Bündchen vernähen

Als nächstes nehmen wir und den Oberstoff des Strampelsacks vor.

Die rechte Seite liegt innen und das Bündchen habe ich mit der Umbruchkante in den Sack hineingelegt und die Schnittkanten des Bündchens auf den Oberstoff mit Hilfe von Stecknadeln oder Klammern geheftet.

Dabei ist die Naht des Bündchens auseinandergelegt und befindet sich in der hinteren Mitte des Strampelsacks. Die Stoffweite des Strampelsacks wird somit gleichmäßig auf die gesamte Bündchenlänge verteilt.

Anschließend nähst du mit der Maschine das Bündchen auf den Oberstoff und hältst dabei den Stoff gleichmäßig glatt. Die Seitennähte sind auch hier auseinandergelegt, damit die Bündchennaht an einigen Stellen nicht zu dick ist und eventuell drücken kann.

8. Schritt: Innenbeutel annähen

Im nächsten Schritt wird der Innenbeutel angenäht.

Dazu schiebst du diesen am einfachsten in den vorgefertigten Außenbeutel und heftest den Stoff so fest, dass die Seitennähte, auch auseinandergelegt, auf den Seitennähten des Innenbeutels liegen.

Um sich das besser vorstellen zu können, habe ich im Bild unten den Innensack einmal herausgezogen.

Anschließend nähst du in der gleichen Naht vom Außenschlafsack den Innenbeutel wie festgesteckt an.

Anmerkung: Du kannst auch alle 3 Teile in einem Schritt zusammennähen. Das wird aber meistens nicht so ordentlich mit der Stoffweite die man einhalten muss und es verrutscht auch sehr leicht. Daher ist es meist schneller und einfacherer hier diesen Zwischenschritt zu machen.

9. Schritt: Auf die rechte Seite ziehen

Deine Teile sind jetzt zusammengenäht und du kannst nun durch die Wendeöffnung den Strampelsack auf die rechte Seite ziehen.

10. Schritt: Wendeöffnung schließen

Als letzten Arbeitsgang musst du nun noch die Öffnung schließen. Das kannst du mit der Maschine erledigen und die Öffnung knappkantig absteppen oder du machst das wie ich, mit einem Handstich und kannst so den Strampelsack auch von beiden Seiten als Wendesack benutzen.

Ich hoffe, du konntest beim Nähen auch etwas abschalten. Manche sagen ja, nähen ist wie Yoga.

Diesen Strampelsack kannst du ohne weiteres an einem Abend fertig stellen. Auf jeden Fall ist es dein Werk, mit deinen Stoffideen und ich wünsche dir jetzt ganz viel Spaß bei der Umsetzung.

Weitere Nähideen für Dein Baby findest Du hier.

Alles Gute, Margret von spass-am-naehen.de

Deine Sarah

Über die Autorin

Sarah Mann

Siebenfache Mama. Zertifizierte Sensitive Sleep Consultant des ISSC Australia. Gründerin von Babyschlummerland. Schreibt seit zehn Jahren über bindungsorientierten Babyschlaf, weil sie selbst Jahre gebraucht hat, um den eigenen Weg zu finden.

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